Vademekum – Der kleine Ratgeber
Was ist ein Vademekum?
Bei dem Wort Vademekum handelt es sich um ein deutsches aber weniger bekanntes umgangssprachliches Wort, welches traditionell ein kleines Handbuch beschreibt.
Es ist als Synonym für Leitfaden, Handbuch, Kompendium oder auch Ratgeber in Form eines kleinen Buches aufgeführt. Als Oberbegriff kann hier Buch oder Band genutzt werden.
Woher stammt aber diese spezielle Wortbedeutung? Dazu betrachten wir das Wort Vademekum aus verschiedenen Blickwinkeln:
Wörterbuch: Das Wort Vademekum wird im Wörterbuch als Substantiv geführt. Bei einem Substantiv spricht man bekanntermaßen auch von einem Hauptwort, Namenwort oder auch Dingwort. In diesem speziellen Fall also etwas Gegenständliches.
Die grammatikalische Betrachtung zeigt folgende möglichen Deklinationen (Beugungen) auf:
| grammatische Kategorie (Kasus) | Einzahl (Singular) | Mehrzahl (Plural) |
| Nominativ | das Vademekum | die Vademekums |
| Genitiv | des Vademekums | der Vademekums |
| Dativ | dem Vademekum | den Vademekums |
| Akkusativ | das Vademekum | die Vademekums |
Manchmal findet sich aber auch als Pluralform Vademeken. Diese Schreibweise ist dem deutschen Wörterbuch entsprechend aber falsch.
Die Silbentrennung wird wie folgt durchgeführt: Va|de|me|kum.
Die Schreibweise nach dem Internationales Phonetisches Alphabet lautet: [vade?me?k?m]
Sprache: Vademekum stammt sprachlich aus dem lateinischen und wurde aus dem Wort Vademecum abgeleitet, welches aus vade mecum hervorgegangen ist. Somit lautet die korrekte Übersetzung ‘geh mit mir’. Dabei werden die lateinischen Vokabeln vadere (gehen) und mecum (mit mir) genutzt.
Geschichte: Da es sich bei Vademekum um eine traditionelle Umschreibung für einen praktischen Ratgeber handelt, lässt sich die Bedeutung für solche Leitfäden in kleiner Form im Mittelalter finden. Zu dieser mittelalterlichen Zeit haben die wandernden Studenten mit Hilfe von Vademekums, welche sie mit sich herumgetragen haben (Lat. vade mecum = geh mit mir), ihr Studium durchgeführt. Dabei beinhalteten diese hilfreichen Handbücher unter anderem Adressen aber auch andere für ihre Studien wichtigen Hinweise. Diese Bedeutung hat sich über die Jahrhunderte hinweg bis in die heutige Neuzeit gehalten, so dass heutige Handbücher mit kleinem bzw. geringerem Inhalt noch als Vademekum bezeichnet werden. Dabei umfasst ein Vademekum auch nur ein bestimmtes spezielles Thema. Auch wenn in der heutigen Sprache es sich dabei um ein Synonym für ein Lexikon handelt, haben Vademekums grundsätzlich nicht die thematische Breite von Lexiken.
Daraus hat sich auch heute der Begriff der Vademekumgeschichte etabliert. Dabei handelt es sich um eine Erzählung, welche hinlänglich jedermann bereits seit langer Zeit geläufig ist. Auch hier lässt sich der oben beschriebene lateinische Ursprung ableiten: “Es handelt sich um eine Geschichte, welche jeder schon lange mit sich herumträgt”. In anderen Worten wird mit diesem Begriff eine inhaltslose, bereits abgedroschene und bekannte Geschichte bezeichnet.
Welche Bedeutung hat also ein Vademekum?
Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass es sich sowohl durch den sprachlichen als auch durch den geschichtlichen Hintergrund geprägt, bei einem Vademekum um einen kleinen Leitfaden bzw. Ratgeber handelt, welcher in seiner Ausprägung ein bestimmtes thematisches Sachgebiet abhandelt.